Kung Fu

Die Teilnehmer der fernöstlichen Kampfsportart Kung-Fu trainieren Tai-Chi, Qi Gong und „Seven Star Mantis Kung Fu Stil nach Wang Lang“ .

Tai-Chi

Aus dem Chinesischen übersetzt bedeutet Tai-Chi : Das höchste Letzte und ist in der chinesischen Philosophie und Religion das Grundprinzip des Universums, das der gesamten Realität zugrunde liegt. Sie ist eine fernöstliche Form der Leibesübung, die im Bewegungsablauf Ähnlichkeit mit den bekannten Kampfsportarten, wie z. B. Kung-Fu besitzen. Ziel der Übungen ist es, das Gleichgewicht von Körper und Geist zu entwickeln. Die Grundlage des Tai-Chi ist eine Serie von rhythmischen Bewegungen, die als die „Lange Form“ oder auch als „85er Form“ (wegen der 85 miteinander verknüpften Bewegungsabläufe) bezeichnet werden und aufeinander aufbauen. Wenn sie korrekt ausgeführt werden, entspannen sich alle Körperteile. Die richtige Atmung spielt dabei eine zentrale Rolle.
Tai-Chi ist sehr körperschonend. Der traditionelle Stil der „85er Form“ wird in unserer Abteilung ausgeübt.

Qi Gong (Atemübungen)

Bei uns wird ein System von 18 Qi Gong Übungen unterrichtet. Sie stärken die Atmung, den gesamten Organismus und verbessern den Fluss des Chi (Lebensenergie, die unseren Körper durchströmt). Man benötigt ungefähr eine Stunde, um alle Übungen auszuführen.

Der Großmeister (Chung Si) der Kung-Fu Schüler des TuS Rotenburg ist Lee Kam Wing. Er wurde am 15.12. 1947 in Hong Kong geboren und begann seine Kung-Fu Ausbildung im Alter von 15 Jahren bei seinem damaligen Meister Chiu Chi Man. Nach zehn Jahren Training durfte Chung Si Lee seine eigene Schule in Hong Kong eröffnen, in der er noch heute Schüler ausbildet.

 

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Information und Hintergründe

Zum besseren Verständnis des folgenden Berichtes ein kleiner Nachhilfeunterricht in Sachen Insekten:
Die Gottesanbeterin  (Mantis religiosa) ist eine Fangheuschreckenart, die 4 – 8 cm groß werden kann. Die Vorderbeine sind zu Fangarmen umgebildet. Die beiden Flügelpaare werden im Ruhezustand flach auf dem Rücken zusammengelegt. Am Kopf sind lange Fühler und die Augen sind weit voneinander getrennt. Sie lauern regungslos mit erhobenen zusammengelegten Fangbeinen (daher Gottesanbeterinnen) auf Insektenbeute.
Zikaden oder auch Zirpen genannt, können bis zu 18 cm groß werden. Die Insekten sind Pflanzensauger und leben in meist buntgefärbter Form in den Subtropen und Tropen. Das artspezifische Zirpen (Schrilllaute) entstehen durch die Mithilfe der Trommelorgane, die sich am Hinterleib des Insektes befinden.

Der Gottesanbeterin-Stil nach Wang Lang

Gründer dieser Stilrichtung ist der Überlieferung nach Wang Lang, der aus dem Bezirk Tsi Mo, in der Provinz Shantung in China stammen soll. Er lebte zur Zeit des Übergangs von der Ming Dynastie (1368-1644) in die Ching Dynastie (ungefähr1644-1911).
Die Ming Dynastie wurde durch die Manchu (einer Völkergruppe aus der Manschurei) besiegt. Die Manchu besetzten alle hohen Ämter und unterdrückten die Han-Chinesen, zu denen auch Wang Lang gehörte. Zu dieser Zeit waren die Klöster eine Zufluchtsstätte für viele gesuchte Gegner des Regimes.
Das Shaolin-Kloster am Berg Sung in der Provinz Henan erreichte schon damals wegen seiner Kampfmönche Berühmtheit. Hierhin begab sich Wang Lang und soll als nicht vollständig geweihter Mönch („unrasierter Mönch“) dort das Kämpfen gelernt haben. Die Klöster standen unter  strenger Beobachtung der Manchu und sie verboten den Äbten, sogenannte „Laien“ bzw. „unrasierte Mönche“ aufzunehmen. Aus diesem Grund verließ er das Kloster, um durch China zu wandern. Nach vielen Stationen in den verschiedensten Regionen und Bergen des nördlichen Chinas, erlernte er auf dieser langen Reise 16 verschiedene Stile des Kung-Fu.
In seinem Heimatort zurückgekehrt, lies er sich im Kloster am Berg  „Lao Shan“ nieder. Ein ehemaliger älterer Kung-Fu Bruder war hier inzwischen Abt geworden. Unter dessen Anleitung feilte Lang Wang weiter an seinen Fähigkeiten und musste durch unzählige Niederlagen gegen den Abt viel Lehrgeld bezahlen. Sein Ehrgeiz war groß und er wollte den starken Kung-Fu Bruder unbedingt einmal besiegen, um  Kraft und Selbstvertrauen für den Kampf gegen die verhassten Manchu zu bekommen. Aber auch der Abt wollte seine Fähigkeiten verbessern und begab sich auf die Reise durch China, um weitere Erfahrungen in der Kampfkunst zu sammeln. Er hatte großes Vertrauen zu Wang Lang und bat diesen, für die Zeit seiner Abwesenheit das Kloster zu führen. Der sah natürlich seine Chance, den Abt eines Tages besiegen zu können, schwinden. Aber sein Wille war stark, sein Training wurde immer ehrgeiziger und härter.

Oft begab er sich in den Wald, um in der Natur seinen Körper und Geist zu stählen. Als er sich eines Tages nach dem Training völlig erschöpft unter einen Baum setzte, hörte er das klägliche Zirpen einer Zikade, die hilflos in den Fängen einer Gottesanbeterin gefangen war. Erstaunt sah Wang Lang, dass die viel kleinere Fangheuschrecke die große Zikade besiegen und halten konnte. Wang Lang befreite die Zikade aus Mitleid aus den Fängen der Gottesanbeterin, hatte aber nicht mit der wilden Entschlossenheit des Insektes gerechnet, die unbedingt ihre Beute verteidigen wollte und die Hand Wang Langs angriff. Die Art und Bewegungen des Angriffs der Fangheuschrecke beeindruckten den Kung-Fu Kämpfer stark und veranlassten ihn, das Insekt mit ins Kloster zu nehmen, um die Bewegungen der Gottesanbeterin zu studieren. Mit einem Schilfrohr täuschte er Angriffe vor und beobachtete die Reaktionen und Verhaltensweisen. Diese Beobachtungen setzte er für sich um und entwickelte schließlich die spezifischen Handbewegungen des „Gottesanbeterin Stils“ . Er verstand es, diese mit den ihm bisher 16 bekannten Techniken des Kung-Fu zu kombinieren. Daraus entwickelte er ein eigenes Faustkampfsystem, das aber seine Schwächen in dem fehlenden Zusammenwirken  der Hand- und Fußarbeit hatte.
Auf einem seiner vielen Spaziergänge durch den angrenzenden Wald des Klosters erblickte er wie sich Affen zwischen den Bäumen hin- und her schwangen. Er erkannte, dass die Affen beim Erklettern der Bäume die Hinterbeine mit hoher Geschwindigkeit zu Springbewegungen einsetzten. Diese Fähigkeit der Bewegungen der Beine der Affen und die Fähigkeit der Nutzung der Fangarme der Gottesanbeterin galt es zu verbinden. Nach sorgfältigem Studium des Verhaltens der Tiere und durch stetiges Umsetzen und Üben systematisierte er seine Kampfkunst. In acht starren und 12 flexiblen Bewegungen und acht Angriffspunkten und den acht Verteidigungspunkten etc. ( heutige Merkmale des „Northern Praying Mantis Style“) .
Drei lange Jahre vergingen ins Land, als der Abt am Ende seiner Wanderschaft angekommen war und zu seinem Kloster zurückkehrte. Wang Lang war froh, endlich die Bürde der Leitung des Klosters wieder abgeben zu können. Natürlich wollten beide im Freundschaftskampf erneut ihre Kräfte messen und die dazu gelernten Techniken testen. Zur Überraschung des Abtes bekam Wang Lang schon nach wenigen Bewegungen die Oberhand und behielt seinen älteren Kung-Fu Bruder dank seiner seltsamen Handtechniken und der wunderbaren Beinarbeit unter vollständiger Kontrolle. Der Abt war beeindruckt und wollte mehr über die neue Technik wissen. Beide legten ihr gesamtes Können und Wissen in die Waagschale um den Gottesanbeterin Stil zu perfektionieren.

 

Übungszeiten

Gruppe Tag Zeit Halle Übungsleiter/-in
Kung FU Mo 16.30-18.30 Realschule K. Ogasahara
Kung FU Do 17.00-19.00 Realschule K. Ogasahara
Kung FU Di 18.00-19.00 Stadtschule/Aula K. Ogasahara
Kung FU Fr 16.00-18.00 Stadtschule/Aula K. Ogasahara

Eine Liste der Trainingsstandorte und Abkürzungen finden Sie auf der Seite Sportstätten.